Beeinflusst wurde meine Technik in den letzten Jahren durch eine Reihe gesundheitlicher Herausforderungen, die sich auch auf meine Feinmotorik auswirkten. Diese Einschränkungen zwangen mich nicht zur Aufgabe, sondern führten zu einer radikalen Neuverhandlung von Technik, Geste und Zugriff. Ich bin Beidhänder, mal parallel, mal einander ergänzend und nutze dies nicht aus performativer Absicht, sondern aus organischer Notwendigkeit. Die Bewegungen beider Hände treten in Dialog oder arbeiten gegeneinander; aus diesem Spannungsverhältnis entstehen Linien, die sich verselbständigen dürfen.
Ein großer Teil meiner Arbeiten entsteht intuitiv. Ich beginne, ohne zu wissen, was entstehen wird. Die Zeichnung wird zum Ort der Verdichtung, Erinnern ohne Narration, Wissen ohne Sprache. Sie fügt sich ein in mein künstlerisches Schaffen, das sich immer auch als Spurensuche begreift: nach dem, was war, was geblieben ist.
