Ein Kleid für Superwoman

Es war mir eine große Freude, einen textilen Beitrag zu einem besonderen & generationspbergreifenden Projekt leisten zu dürfen, welches im Rahmen der Urban Art Academy vom Haus Artgur in Chemnitz durchgeführt wurde. Schüler*innen der Janusz-Korczak-Schule und Bewohner*innen (Senior*innen über 80 Jahre) des Matthias-Claudius-Hauses gestalteten im Park Morgenleite unterhalb des Vita-Centers ein Graffiti unter Anleitung der tschechischen Künstlerin SANY @sandyfromdablock.  Ich wurde angefragt, ob ich hier einen Teil mit Spitze versehen könnte.

Ich habe mich bewusst für das Kleid für Superwoman entschieden als Zeichen für die Frauen dieser Region.

Für all jene, die im Alltag so vieles zusammenhalten, manchmal laut, oft aber leise, ungesehen und als selbstverständlich empfunden. Die Familien tragen, den Alltag am Laufen halten, sich kümmern, mitdenken, da sind – oft ohne selbst gesehen zu werden. Ihre Stärke liegt im Durchhalten, im Verbinden, im Machen. Und allzu oft fehlt ihnen dabei die Zeit, auf sich selbst zu achten.

Es ist eine Würdigung dieser oft ungesehenen Kraft. Es steht für die vielen Frauen dieser Region – in der Tradition der Textilarbeiterinnen und Klöpplerinnen, im Maschinenbau, in Pflege und Handel, in Werkstätten und Büros, in der Kunst, im Ehrenamt, im Alltag, in Familien. Es erzählt von ihrer Fähigkeit, Wandel mitzugestalten, von ihrer Kreativität, ihrem Mut, Verantwortung zu übernehmen und von dem Recht, endlich auch selbst im Mittelpunkt zu stehen. Als das, was sie sind: unverzichtbar.

Mein besonderer Dank gilt neben den Künstler*innen des Kunstwerks v.a. Susann Neuenfeld für die Projektleitung sowie Sylke Spröd für die herzliche Empfehlung und der Bürgerplattform Chemnitz-Süd für die bereitgestellten Fördermittel. Ohne euch wäre dieses Zeichen nicht möglich gewesen. Ganz besonders freut es mich aber auch, dass ich als ehemaliges Heckertkind direkt hier in meiner alten Hood eine Spur hinterlassen durfte. 🏙️ #hierhabschgewohnt